Franz: Andrá tutto bene #10

Kalt pfiff der Wind um die Nase. Ungewohnt in diesem Jahr. Der Winter, der keiner war, war weitergezogen. Nun machte der Frühling auf Winter. Franz zog sich warm an, bevor er sich aufs Rad schwang. Brauchte Bewegung, frische Luft. Einkaufen war da eine Möglichkeit. Im Supermarkt des Vertrauens war es angenehm leer. Bezogen auf Menschen. Doch auch die Regale waren teilweise komplett leer. Franz hatte nie in der DDR gelebt. Doch fast kam es ihm so vor. Mehl aufgekauft. Reis kaum noch da. Hefe nicht einmal mehr trockene. Was die Menschen wohl plötzlich alles zuhause kochten und buken. Seltsame Kaufgelüste. Aber Alkohol war immer reichlich da. Hatten die Deutschen keinen Durst mehr? Oder wollten sie ihren Untergang nüchtern erleben? Die Franzosen hatte da anders vorgesorgt. Das Einkaufen deprimierte ihn er. Franz zügig weiter. Radelte noch an der Isar entlang. Blau der Himmel. So trügerisch schön. Die Obstbäume wollten bald mit dem Blühen loslegen. Solidarität mit Italien hatte es bis jetzt kaum gegeben. Ärzte aus Kuba waren jetzt angekommen. Ärzte aus europäischen Nachbarländer nicht. Den Franzosen wurde jetzt von den Deutschen geholfen. Immerhin. Lange Zeit haben viele nur zugesehen. Konnte der Franz nicht verstehen. Konnte die Maria nicht verstehen. Europa in der Krise? Ein armseliges Bild. Grünen Spargel hatte Franz gekauft. Risotto würde es geben. Auf dem Teller würde der Frühling sein. Blau der Himmel. Con tanto sole, tanti anni fa

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