Melkojesee: Kostja

Ucha war die beste Fischsuppe. Kostja kannte sich aus. Angelte Fische. Aß Fische. Beides gerne. Beides oft. Für die Ucha brauchte er viel Fisch. Verschiedene Sorten. Am liebsten nahm er Stör und Lachs zusammen. Oder Zander und Barsch. Viel mehr brauchte er nicht. Ein paar Kartoffeln. Zwiebeln. Karotten. Ein paar Kräuter. Die Suppe konnte er gut in der Fastenzeit essen. Fischsuppe war immer erlaubt. Seine Gäste liebten seine Ucha. Sie kamen deswegen von weit her. Sogar im Winter kamen Gäste.

Kostja lebte am Melkojesee. Nördlich vom Polarkreis. Kostja liebte die Natur hier. Die Berge. Den See. Besonders tief ist der See nicht. Fast eher was für Nichtschwimmer.

Im Sommer kommen viele Touristen. Im Sommer war einiges los am See. Viele kamen aus Norilsk. Kostja hatte ein kleines Restaurant. Den Fisch fing er meistens selber. Seine Frau und seine Tochter machten die Küche. Der Sommer war kurz. Die Zeit musste genutzt werden. Die Besucher wollten den Sommer genießen. Kostja auch. Die hellen Nächte. Das Leben feiern. Das Eis kommte hier schnell wieder. Schon im Oktober legte es sich über den See. Dann kommen viel weniger Touristen. Rund um den See liegen Nadelwälder. In den Bergen sind die Bäume nicht. Viel zu kalt. 

Das Fest der Epiphanie wird in Russland wieder groß gefeiert. Das Abwaschen der Sünden ist dabei ein schönes Ritual. Zur Zeit der Sowjetunion wurden die Feiertage nicht so groß gefeiert. Christlicher Glaube war nicht erwünscht. Glauben sollte man an Marx und Lenin. Kostja war immer schon religiös gewesen. Immer schon in die Kirche gegangen. So hatte er es von seinen Eltern gelernt. Eisbaden fand er immer schön. Aber bei Epiphanie war es etwas Besonders. Der Pope segnete das Wasser. Männer hatten vorher ein Kreuz aus dem Eis geschnitten. Die Sünden würden im Wasser bleiben. Zwar versuchte Kostja, möglichst wenig Sünden anzusammeln, doch das Reinwaschen konnte nicht schaden. Sicher ist sicher. Auch Putin ließ sich das Eisbad nicht entgehen. Doch ob es ihm half? Da war sich Kostja nicht sicher. Das konnte er nicht beantworten. Kostja mochte Putin nicht besonders. Hielt ihn für einen ziemlichen Angeber. Kostja mochte keine Angeber. Auf der Speisekarte stand vor allem Fisch. Fisch gab es genug. Der See war reich davon. Aber Kostja war flexibel. Er grillte auch Fleisch. Hirsch oder Rentier. Je nach Lage der Dinge. Seine Gäste mochten seine Fischsuppe. Kostja hatte immer frischen Fisch. Brot konnte ausgehen. Gemüse konnte ausgehen. Kostja hatte auch im Winter Fisch.

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