Rennrad

Natürlich machte er viel Sport. Lief durch die Stadt. Fuhr mit seinem Rennrad. Kickte samstags immer mit Freunden. Wenn er Zeit hatte. Philipp arbeitete für eine große Kanzlei. Dickes Ding. Dicke Kunden. Meist macht er was für ein Ministerium. Trug weiße Turnschuhe, wenn er entspannt war. Wenn er zu Kunden ging, dann Lederschuhe. Für seine Kinder hatte er nicht immer Zeit. Aber die waren gut versorgt. Auch seine Frau hatte nicht immer Zeit. Während der Woche kam er nicht immer früh heim. Sie hatten ein Kindermädchen. Die kochte auch. Zumindest an drei Tagen. Er war gut in Form. Drahtig. Muskulös. Hatte gute Zeiten beim Laufen. Zur Arbeit fuhr er meist mit seinem Rennrad. Hatte er aus Italien mitgebracht. Wenn er es geschafft hatte, würde er nach Italien ziehen. Noch ein paar Jahre Berlin. Der Sattel des Fahrrades war hart. Der Asphalt war hart. Er wollte nichts geschenkt. Seine Schwiegereltern hatten eine Datscha. Dort trafen sie sich manchmal am Wochenende. Zum Grillen. Zum Entspannen. Luisa war eine schöne Frau. Sie hatte auch Jura studiert. Philipp trug sein Rad gerne. Sicher ist sicher. Lieber nicht auf der Straße stehen lassen. Luisa hatte lange, blonde Haare. Die drei Kinder hatten die gleiche Haarfarbe. In Berlin-Mitte ließ sich gut leben. Sie hatten eine große Wohnung. Altbau. Genug Platz für alle. Geölte Eiche auf dem Fußboden. Er musste noch ein paar Jahre arbeiten. Dann würde er nach Italien gehen. Irgendwo in der Toskana. Zwischen Florenz und Siena. Der Asphalt war hart.

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