aurelie

taugenichts sich als glücklichen menschen

vorstellen, regenwolken vom fenster

verschieben, das pfingstwunder verschlafen.

die nassen hunde suchen das weite, vergebens

warte ich auf einen regenbogen. geschwind

nähert sich die kirschenzeit. schauer über

schauer über die häupter, raphael ist dem

besucheransturm nicht gewachsen, zu boden

gedrückt von der wasserlast die blüten der rose

taugenichts sich als glücklichen, mit der geige

in der hand übers land, ach, aurelie

waldkauz

die teufelsglocken läuteten über

lenggries. weggeflogen das pfaffenkäpple

in ein tiefes blau über gingen die akeleien.

maria zur ehr. auf der alm wurde keine

butter mehr gerührt. butterfass verräumt.

beseelt. verloren.

neugierig schaute der waldkauz ins fenster

rein. geräuschlos sein flügelschlag gewesen.

aristophanes hatte die eulen geliebt. der

nachtflug nach athen gecancelt.

ausgewrungene herzen

staubtrocken der acker im juni, zäh

wächst der weizen voran. die

pfingstrosen hatten ein punktlandung

hingelegt, aufgespannt hat der ginko

 

seine fächer, kondenzstreifen am firmament

später wird der mond leuchten, später.

dornröschen hat ihre hecke nicht

geschnitten und wartet ruhelos auf ihren

 

prinzen. grillfleisch liegt beim metzger in

der auslage. ausgewrungene herzen

liegen im straßengraben, der liebe abhanden

gekommen, aphrodite auf reisen

hollerküchle

weiß blüht der giersch. flink

auf und ab den baum läuft der

kleiber, als wäre ein specht er.

dolden des holunders geerntet hast.

klebt einfach zu die höhlen der

anderen. kopfüber. wenn er will.

kopfüber läuft er. mit nimmt der

lech die steine der berge. forellen

ziehen kreise, auf der lauer

der hecht. auf den kiesbänken

sonnenbad nach der last des

tages. kein landregen in sicht.

bierauslieferer liefern bier aus.

bierkiste auf bierkiste.  azurblau

der himmel über den auen. laut

singt der kleiber.

hollerküchle im mund.

kiefern

 

berggeister verjagt, raupen hinterlassen

riesige löcher in der flora, auf

dem schimmel sitzt kein prinz, der blaue

eisenhut leuchtet weit,  den harnisch

abgelegt,  schnecken haben sich ins

haus verzogen. nadelstiche unter der

haut, längst sind die kühe auf der alm, müde

belächelt das butterfass,  allenthalben

rübezahl weggehüpft, der wind pfeift sein

lied zwischen den kiefern