
Wolken spielen



des lebens sinn liegt nicht immer auf der
straße herum, nicht, gesucht, des lebens
sinn, die wahl scheint dir nicht leicht zu
fallen, zu fallen nicht leicht, ins abendrot fliegt
nicht die nachtigall, hineingekrochen in den
eisenhut findet die hummel ihr abendbrot
hinter wasserburg kommt nicht das meer, ohne
eigenschaften sitzen die männer in der
straßenbahn, auf den straßen nicht herumgelegen
als du suchtest ihn, später dann, längst
untergegangen die sonne, geleert die flasche
wein, eingestellt die suche nach dem sinn
eingestellt, des lebens sinn suche
als ließe sich ändern das leben, stolz liegt
die burg canossa auf einem zarten hügel
als wüsste sie von nichts, glück der ruine
leer stehen ihre mauern im nebel, bologna
nicht weit, im mund die sauren kirschen
olivenhaine später in der abendsonne, du
wolltest umkehren? goethe flog mit seiner
kutsche nach rom, im sommer der kein
sommer war, pelzig der geschmack, rot läuft
von den lippen der saft dir, fette würste
liegen im schaufenster
als findest du rosen nicht hier, das meer
der blumen vertrocknet längst in der
glut, in deinem mund die kirschen
ach, sauer der saft tropft, nicht gesungen
die nachtigall, verbrannt das gras
die wolken zeigten ihr schönstes
kleid, tanzten wild im wind, mit den
händen klatschten die pappeln, kinder
umkreisten geschwind, hand in hand
flogen wir, sommerregen meidend
lauschend den erzählungen der alten
kännchen gibt es nicht mehr, ins gesicht
gegerbt des lebens weg, das grabmal
suchen sie nicht aus, schafgarben am
wegesrand, schwer die füße, geschwind
fliegen die wolken dahin, mirabellen
hängen grün im baum
erwähnt hast du die lektüre von
hölderlin, weit noch der herbst
über den zaun grüßt nachtblau
der rittersporn, erinnerst
du dich? noch spüre ich deine küsse auf
der haut, himbeeren vergehen, leer
scheint die stadt in der mittagshitze, reift
der wein schon heran? noch weit ist das
meer, die dordogne kühlt deine füße
riechst du schon das salz des meeres?
austern will ich mit dir, noch weit
der herbst, noch klein die birnen, die
trauben brauchen noch lang

vergangen das andenken und doch
wieder erinnert, gedacht. vergessen. der
maestro geht weiter. konstruktionen.
simulationen. sauer die johannisbeeren. deine
küsse schmecken zart wie himbeeren.
gewitterwolken legen sich auf deine nackten
schultern. petrarca wartet noch immer auf
laura. vergeben längst. vergeben. weit reichte sein
blick von den höhen hinab. andenken. als wären ein
souvenir, deine küsse, für die nacht. was bleibt aber.
was bleibet. nicht erzählt hat der wind. nicht. vergessen.
die garonne fließt.
denkmäler fallen in den keller, vom sockel
geholt, johannisbeeren reifen zu johannis
des sommers laune treibt die wolken, müde
liegt die armbanduhr auf dem schreibtisch
guantanamera ist zu weit für heute abend, marx
haben wir nicht den bart geschnitten, später
tanzt du auf dem küchenboden, bitter der kaffee
auf deiner zunge, barfuß auf den stufen, erinnerungen
verschieben sich, die zigarre stammt nicht aus kuba
rum hatten wir keinen getrunken, nicht gefahren den
amerikanischen schlitten