das fette brot der kalten tage
runtergetrunken, wände nicht
verrückt, dunkelrote wolken
rufen die nacht herbei, wecken
den mond auf, längst die spuren
von pergamon verloren, attalos
davongeritten, du schläfst einen
traumlosen schlaf, überall werden
dem dionysos tempel gebaut
Allgemein
walfische
polyphonie in den orkus gekippt, wahnsinnig
werden die schädel nach mitternacht, 100
gramm wodka sind das mindeste, längst
blühen die haselnussbäume, bier kühlt uns
ab, walfische fliegen heute durch die luft
grenzenlos sein wird der rausch, zu fuß
den heimweg angestrebt, die stimmen
rauschen davon, von babylon spricht
niemand mehr, lesbos das glück verloren
Sonnenuntergang im Rückspiegel#vespa

Augsburger Lokalbahn

mandelblüte #2
im frühling knallen keine schneebeeren, keine
kastanien fallen herab, explodieren wollen die
blütenknospen, geschwind schiebt der wind
die wolken aus der sonne, der sperling baut sein
nest, die tochter des priamos schaut hin und wieder
nach dem rechten, das unheil kommt und geht
troja liegt in schutt und asche, über seinen ruinen
zart blüht der mandelbaum, Kassandra, deine
Schwester, hat es immer schon gewusst, schlecht
erging es dir, polyxena, vergebens die liebe
war vom archilleus, rosa leuchtend die blüte
Augsburg kann auch Großstadt

menetekel #2
mene. vorbeigerannt an den huren der
nacht, hinter den stadttoren kein
gilgamesch gefunden, unsichtbar
das menetekel, kalte klauen greifen
nach dir
tekel. das gegengift trügerisch
die toten gefährten segeln auf dem
geisterschiff davon, homer schlägt
dir keine lösung vor, belsazar schwindet
dahin, zu leicht befunden auf der wage ist
u-parsin. nicht mehr wird
sein das reich dein. der tod wird
kommen bald, das abendessen dir
nicht mehr munden, unausweichlich
das unglück
metánoia
die kargen tage kommen, vorbei
alle füllerei, memento homo, quia
pulvis es et in pulverem reverteris
längst aus dem paradies vertrieben
verloren alle unschuld , büßergewänder
sind außer mode gekommen, beichtstühle
nur selten aufgesucht, schuld hat eh der
andere, durchbrechen das traurige grün
die krokusse, kalt bläst der ostwind uns
die backen rot, als wär längst besiegt der
winter liegen die handschuhe in der schublade
verbrannt die palmzweige, dein küsse
sind nicht unschuldig, deine lippen
wollen nicht weichen
Aschermittwoch, Fastenzeit: Spaghetti vongole

Der Lech in seinem Bette
