Das Osterfrühstück war reichlich gewesen. Hatte länger gedauert. Wurde auch live übertragen. Die Eltern von Maria saßen mit am Tisch. Und sie saßen in Florenz am Tisch. Osterfladen und Colomba gab es. Gefärbte Eier. Osterschinken. Es durfte länger dauern. Alle waren chic angezogen. Ostern eben. Später dann Osterspaziergang mit dem Fahrrad. Pudel wurden auch gesichtet. Schwarze. Weiße. Gefolgt waren sie ihnen nicht. Hingen auch an der Leine. Des Pudels Kern wurde nicht offenbart. Später Lammkotelett. Spargel. Eine Lammhaxe war ihnen zu viel gewesen. Panne cotta durfte nicht fehlen. Aber erst am Abend. Auf dem Balkon konnten sie noch die Sonne geniessen. Leicht eingehüllt in eine Decke, als der Schatten kam. Die Nelken bluten rosa. Sperlinge und Meisen stritten um das Essen. Die Osternacht hatten sie verschlafen. Keine Feier in der Kirche. Lumen Christi? Das Licht konnte nicht verbreitet werden. Nur im Internet.
Autor: orangeblau
Franz: Andrà tutto bene #27
Karsamstag. Keine Osternachtsfeier würde es geben. Der Papst allein in seinem Dom. Bis auf ein paar Assistenten. Der Bischof genau so. Auch der Pfarrer vor Ort. Eigentlich unvorstellbar und doch war es so. Am Abend würde Maria skypen. Natürlich. Wie viele. Ostern ohne ihre Eltern hatte Maria noch nicht erlebt. Die Zahlen trösteten. Doch in Italien wurde die Ausgangssperre verlängert. Bis in den Mai. Es würde zwar Lockerungen geben. Aber es würde noch einmal eine schwere Zeit werden. Andre tute bene. Später würden sie sich alle wieder in den Arm nehmen. Später. In der Früh hatte Franz schnell noch das Nötigste eingekauft. Hatte sich beeilt. Das bestellte Fleisch abgeholt. Brot. Obst und Gemüse. Der Rest war da. Keinen Stress. Kein großes Menu. Es kamen ja keine Gäste. Doch es sollte schon was Gutes geben. Blau der Himmel. Blau. Franz und Maria radelten um die Wette. Die Energie musste raus. Den Nockherberg flogen sie zu zweit rauf. Immer wieder. Bis sie genug hatten. Wie die Kinder. E volavo, volavo felice più in alto del sole.
Karsamstag: Afrasee

Karfreitag:Lechauen

Franz: Andrà tutto bene #26
Franz liebte Bach. Franz liebte Bach an Karfreitag. Dieses Jahr nicht möglich. Außer im Internet. Da gab es einige Angebote im Livestream. Nicht das Gleiche. In der Früh hatte Franz Semmeln geholt, danach sind sie ein wenig aus der Stadt rausgefahren. Gewandert. Die Bäume blühten überall. Gelb färbte der Löwenzahn die Wiesen. Proviant reichlich. Genug zum Trinken und Essen. Käse. Obst. Brot. In der Kühlbox hatten sie auch einen Salat. Sie wollten nicht darben. Fastenzeit hin oder her. Wein hatten sie auch dabei. So wurde es nach der Wanderung eher ein Picknick. Die Virologen mögen streiten. Maria und Franz waren zufrieden. Verdopplungszahlen, die Franz so liebte, wurden von SZ nicht mehr geliefert. So schaute Franz bei der Konkurrenz. Er mochte diese Zahlen, zumindest, seitdem sie immer besser wurden. America first. Zumindest bei Corona belegte Amerika den ersten Platz. Trump hatte sich unter America first wohl was anderes vorgestellt. Die Afroamerikaner trifft der Virus am stärksten. Eine gerechte Gesellschaft sah für Franz anders aus. Blau war der Himmel über Bayern. Und ein wenig weiß. Fröhlich sangen Maria und Franz. Zuschauer hatten sie keine. Il pomeriggio è troppo azzurro. Am Abend würde es Fisch geben. Dorade. Aus dem Ofen. Nicht vom Grill. Kartoffeln. Würde nach Italien schmecken. Ganz bestimmt.
Hochablass

Franz: Andrà tutto bene #25
Ostern daheim. Nicht in Italien. Nicht in Florenz. Maria würde später fahren. Später. Auch Franz. Natürlich wollte sie ihre Eltern sehen. Natürlich. Sie würde sie sehen. Später. Es ging ihnen gut. Die Ausgangssperre würden sie überleben. Auch wenn sie strengerer als in Bayern war. Maria hatte Blumen geschickt. Und ein Bild von ihr. Sie hatte lange dran gesessen. Es hatte lang gedauert. Manchmal ging es bei ihr schneller. Wenn sie gut gelaunt war, hatte sie mehr Ideen. Wer hatte das nicht. Franz hatte das Nötigste zumindest schon am Gründonnerstag eingekauft. Fisch für Karfreitag. Das Ostermenü stand noch nicht ganz fest. Dies mussten sie noch ausdiskutieren. Dafür hatten sie Karfreitag Zeit. Marias Eltern hatten schon eine Taube geschickt. Ostern ohne Colomba Pasquale ging gar nicht. Auch ohne Picknick im Freien würde die Taube schmecken. Anders. Doch sie würde ihnen schmecken. Blau der Himmel. Blau. Franz fuhr den Nockherberg runter und rauf und runter und rauf. Der war vor der Haustüre und die Beine wurden schwerer. Das Herz leichter. E vengo, vengo da te
Marillenblüte

Franz: Andrà tutto bene #24
Nein. Nicht viele Worte. Franz konnte nicht viele Worte schreiben. Lustlosigkeit am Schreibtisch. Loch im Kopf. Keine schweren Gedanken. Keine Motivation. Keine Idee. Genervt von der Ungewissheit. Doch sprang sich aufs Rad. Fuhr. Suchte sich leere Straßen. Nicht an der Isar. Nicht im Englischen Garten. Möglichst wenig Personen. Voll war München. Frühling. Blau. Der Himmel. Da half nichts. Leerer Kopf. Antreten. Bis die Oberschenkel brennen. Hohes Tempo lies ihn den Körper spüren. Liebte das Brennen in den Schenkeln. Später saß er ermattet auf einer Bank. Wurde ruhiger. Konnte wieder heim. Penso che un sogno così non ritorni mai più.
herzklopfen
herzklopfen in der großen stadt
nicht zu hören, buntspechte meldeten
sich an, in den gärten trieben die
kirschebäume ihre blüten voran
nicht gelesene bücher lagen auf
dem schreibtisch, heimlich drehte
der mond seine runden, zu frischen
gräsern trieb der schäfer seine
herde, überfüllt von lastenrädern
der fußweg zu dir, hummeln eifrig
bei der arbeit, schnell küssen wir uns