Auch Italien machte sich ein wenig locker. Lang hatte es gedauert. Die Stimmung oft nicht mehr lustig gewesen. Marias Freunde konnten da einiges berichten. Nicht nur schönes. Depressionen, Gewalt, Geschrei. Nicht alles lief glatt in Zeiten von Corona. Die Kinder hatten oft nichts zu lachen. In Italien nicht, in Deutschland auch nicht. Im Haus bekam Franz auch einiges an Ärger und Streit mit. Auch mit Maria gab es schon mal Streit. Heile Welt ist nicht immer. Der Samstag verging fast im Fluge. Ein paar Dinge einkaufen, ein wenig durch Haidhausen schlendern. Menschen mit ihren Masken bewundern. Von einem Kaffee träumen. Den dann daheim sich selber machen. Beim Konditor ein wenig Kuchen eingekauft. Gemüse auf dem Markt. Und Meerestiere. Franz wollte eine Paella kochen. Am Abend. Auch wenn die Pfanne groß genug für vier Personen wäre, würden sie zu zweit essen. Gäste hatte die Wohnung schon lange nicht mehr gesehen. Das Umarmen der Freunde ging schlecht via Skype. Video hatten sie dauern, aber es war nicht das Gleiche.
Allgemein
Lechstück

Fischer auf dem Kuhsee

Franz: Andrà tutto bene #47
Mairegen. Treibt das Grün. Die große Buche hat ein zartes Grün bekommen. Die Wiesen werden wieder Wiesen. Der Liguster macht große Sprünge. Franz hatte nicht in den Mai getanzt. Auch keinen Maibaum gesetzt. Demonstrationen der Arbeit aus der Mode gekommen. Nicht erst seit Corona. Hexen hatte Franz keine am Himmel gesehen. Die Freinacht war ausgefallen. Die Nachbarn freuten sich, dass ihre Autos nicht verziert worden waren. Walburga ganz gemütlich daheim geblieben. Franz hatte sich mit Maria einen Film angeschaut. Man war ja vernetzt. Trotz Regen durch die frische Luft geradelt. Bis die Luft herausgegangen ist. Flickzeug daheim. Rad schieben ist mal ganz schön. Unsäglich fand Franz die Diskussionen über Gesundheit, Tod und Geld. Palmer ein ziemlicher Idiot. Aber es gab da auch andere. In der SZ gab es gerade einen historischen Liveblog zum Ende des Zweiten Weltkrieges. Manches ist schwer zu verstehen. Auch nach 75 Jahren. Es gab wirklich auch andere Thema in der Zeitung. Nicht nur Corona. Bevor die reichen Fußballer wieder spielten, könnten ja die Leichtathleten den Speer werfen oder weit springen. Aber davon redete keiner. Franz kam mit seinem Geld zurecht. Auch ohne Job in der Bar. Ohne Musik zu machen. Doch es war schon weniger geworden. Musste mal wieder einen Text verkaufen. Maria hatte ein paar Bilder verkauft. So kamen sie über die Runden. Wie schön doch alles grün war. Franz liebte den Mai.
Franz: Andrà tutto bene #46
Regen. Regentag. Wie gut. Und doch nicht so toll. Die Isar hatte jetzt reichlich Wasser. Keine Party am Ufer. Weniger los in der Stadt. Nur Lebenmittelgeschäfte waren voll. Kein Tanz in den Mai. Keine Hexen auf dem Blocksberg. Versammlungsverbot auch für sie. Der Deutschen ihr liebster Sommerurlaub war in Gefahr. Auch Franz dachte manchmal an die Ferne. Zumindest an Italien. Weiter gingen seine Gedanken meist nicht. Süditalien würde schon mal gerne wieder. Ein wenig wie Goethe. Erstarren vor der Kunst der Griechen. Bald würde es wieder Gottesdienste geben. Aber Singen war nicht so angesagt. Dabei war dies doch das schönste am Gottesdienst. Aus voller Brust mitsingen. Ob richtig oder nicht. Gerne würde Franz mit Maria auf einen Kaffee schnell zum Italiener. Ach. Im Stehen an der Bar. Schwarz. Ohne Milch. Ein kurzes Gespräch mit dem Barista. Über Fußball. Übers Wetter. Übers beste Eis der Stadt. Regen in der Stadt. Radeln ging der Franz trotzdem. Zwischen den Schauern. Bayern machte sich ein wenig locker. Das eine und andere Buch hatte der Franz schon im Auge.
Franz: Andrà tutto bene #45
In Südafrika wird seid der Corona-Krise kein Alkohol mehr verkauft. Das wäre für Bayern auch eine spannende Sache. Die Bayern ohne Bier. Starkbier hatte den Bayern eh einiges eingebrockt. Franz fand die Vorstellung schon spannend. Er trank gerne Wein. Bier eher im Sommer. Wenn er im Biergarten saß. Aber es ging auch ohne Wein. Ohne Bier. Doch da würde der Protest schon groß. Geschlossene Kneipen fiel ja einigen schon schwer. Und vielleicht gäbe es auch weniger Gewalt daheim, wenn die Kneipen voll wären. In Giesing gab es noch die Stehkneipen. Wenn die, die dort hingingen, jetzt alle zuhause sitzen, genauso viel trinken wie im Stehausschank, dann möchte man nicht zu der Familie gehören. Zum Essen trank Franz gerne Wasser. Wasser konnte wunderbar schmecken. Es musste aber das richtige sein. Nicht jedes schmeckte gleich gut. Limo oder Cola fand er greislich. Spezi oder Cola trank er nur wegen dem Koffein. Wenn er unterwegs war mit dem Auto. Manchmal auch im Sommer, gut gekühlt. Aber nicht zum Essen. Zum Essen schmeckte nur Wasser, Wein oder Bier. Aber Bier passt nicht immer. Das sahen manche anders in Bayern. Maria trank gern einmal Bier. Wenn sie wegging. Fast lieber als Franz. Wenn sie nach Florenz fuhren, nahmen sie immer ein wenig Bier mit. Nicht viel, wenn sie mit dem Zug fuhren. Aber doch ein paar Flaschen. Es gab doch mehr Sorten zur Auswahl. Kein Bier in Bayern. Das wäre eine wirkliche Krise.
Franz: Andrà tutto bene #44
Graue Wolken zogen über den Himmel. Wunderschöne graue Wolken. Trugen das Versprechen des Regens. Franz atmete die frische Luft ein. Überall erblühte der Flieder, süßlicher Duft kroch in die Nasen. Vorbeifahrende Busse enthielten maskierte Menschen. Als wäre es eine andere Welt. Kein Lächeln enthielt der Bus. Auf dem Rad trug Franz keine Maske. Erst wenn er in ein Geschäft ging, zog er sie an. München hatte jetzt eine neue Regierung. Grün-rot. Boris Palmer hatte sich einmal wieder daneben benommen. Dies war man ja gewohnt von ihm. Für eine humane Gesellschaft ist der Einsatz für die Schwächsten unabdingbar. Wie oft hatte Franz mit Maria sorgenvoll nach Italien geschaut. Angeblich, Franz konnte es nicht glauben, könnte der Berliner Flughafen in naher Zukunft öffnen. In Zeiten, in denen kaum geflogen wurde, keine sehr spannende Nachricht. In den Gemüseläden der Stadt war Franz auf der Suche an dicken Bohnen gewesen. Maria liebte diese und wie selbstverständlich gab es sie in Italien zu kaufen. In Bayern musste man sie selber anbauen oder lange suchen.
Franz: Andrà tutto bene #43
Regen. Gewitter. Aprilwetter. Endlich mal. Nicht immer dieses langweilige, staubtrockene Blau. Regen machte die Luft klar. Wusch den gelben Pollen von den Autodächern und den Bürgersteigen. Peter Licht hatte eine neue Single auf dem Markt. E-Cooter. Lief auf Zündfunk. Es gibt eben gute Radiosendungen. Aber der Kontrast war groß. Vorher kam Pumuckl, dann Achim Bogdahn. Der alte 60ziger. Franz Liebe zu den Löwen war ein wenig kleiner geworden. Zu wild ihre Vergangenheit. Zu mau der Ergebnisse. Deswegen ging er aber trotzdem nicht zu den Roten. Nur ab und zu. Früher. Als es noch Spiele gab. Franz mochte aber nicht nur Fußball. Mochte auch Basketball oder Handball. Fußballerinnen vom FC Sand hatten beim Spargelstechen geholfen, Manuel Neuer hätte wohl gerne 20 Millionen pro Jahr. Gerechte Welt? Vielleicht sollten doch die anderen lieber mit ihren Spielen beginnen und nicht die 1. Bundesliga. Die Masken waren jetzt Pflicht in Deutschland. Das Lachen von der Straße verschwunden. Das Leben änderte sich. Die Menschen änderten sich. Wie würde man sich in einem Jahr begrüßen? Mit Handschlag? Mit Küsschen? Oder blieb die Distanz? Franz wusste es nicht.
Gelb der Stadtrand

Franz: Andrà tutto bene #42
Sonntag. Sonnentag. Auf den Feldern gelb der Raps. Auf den Wiesen der Löwenzahn. Weiträumig den Ammersee umradelt. Großer Abstand zu den Massen an Spaziergängern. In Utting hatten sie sich als Stärkung das Mittagessen zum Mitnehmen vorbestellt. Thai-Churry. Auch Maria isst nicht immer italienisch. So stärkten Franz und Maria die Gastronomie und ließen es sich gut gehen. Wiesen gab es genug. Sie mussten nur aus dem Ort radeln. Eine Tracing-App würde kommen. Masken ab morgen für alle. Kühe waren auf der Weide. Zumindest einige. Liebten auch die Sonne. Die Münchener taten sich schwer mit der Ausgangsbeschränkung. Alle Parks schienen zu klein für das schöne Wetter. Regen soll erst kommen. Am Gärtnerplatz war Party gewesen. Fast wie immer. Viel Arbeit für die Polizisten. In Italien waren weniger Menschen an Corona gestorben. Maria hoffte. Lachte fast. Doch die Schulen würden in Italien erst im September wieder öffnen. In Amerika öffneten Bowling-Center, Franz und Maria würden den Abend daheim verbringen. Skypen mit Italien, lesen, ein wenig fernsehen. Was, würde der Abend bringen. Oder Netflix.